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Understanding Germans: Mustard

A good German enjoys his mustard especially on his Bratwurst im Brötchen (call it German hot dog if you will). Or on his grilled neck steak when watching an amateur football game or the annual Schützenfest parade (i.e. a sports riflemen’s parade, which has a long tradition in Germany, arming the public to defend villages against frightful militia in the Thirty Year’s War, that ended in 1648, and hence gives its members the only non-official opportunity in Germany to legally own guns, which can then be used for shootings in, let’s say, a shisha bar in Hanau or the assassination of a liberal politican in the same state but that’s a different story, I guess).

However, the German tongue cannot take spicy food so the traditionally hot mustard from Düsseldorf one day finally came out in a mild flavour. Its customers soon felt bored though, so the edgier ones started testing medium-spiced mustard instead. Yet that alone didn’t help. And now there’s mild medium hot mustard and spicy medium hot mustard:

So basically now there is a much larger variety to choose your mustard from. As well as there’s a much larger variety of Galaxy S20s and S10s to choose your next Samsung phone from. And that’s most likely not just a German but a whole first world thing now, isn’t it? And why it is? I don’t know. Maybe because simple is just too simple for us.

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OK

Ein Jahr ohne Süßigkeiten

Ein Kumpel erzählt gerne herum, ich hätte 1 Jahr kein Alkohol getrunken, und ich ernte dann respektvolle Blicke. Wenn ich dann einwerfe, dass es „nur“ Süßigkeiten waren, ist der Respekt schon nicht mehr ganz so groß. Zucker ist (noch) nicht allgemein als Droge anerkannt, sollte es in meinen Augen eigentlich aber.

Aber nun, wie war es denn so, dieses Jahr als Ex-Junkie? Kurz gesagt: Anfangs verdammt hart, und schwer ist es bis heute. Ihr müsst euch vorstellen, dass mein Süßigkeitenkonsum schon etwas Suchtartiges hatte. Ich aß Süßigkeiten eigentlich täglich und kannte kein wirkliches Maß. Was da war, habe ich meistens auch vertilgt. Egal ob die Schokolade dann 100 oder 300 Gramm hatte. Im Nachhinein betrachtet, ist es ein halbes Wunder, dass sich mein Gewicht noch halbwegs im Rahmen hielt. Mein „Rekord“, sofern ich mich erinnere, lag bei 93-94kg bei 1,84m Körpergröße. Das ist drüber, aber nicht exorbitant. Mittlerweile bin ich bei 76kg angelangt, womit ich mir deutlich besser gefalle.

Die ersten Wochen waren eine langsame Entwöhnung. Ich begann mit dem Verzicht noch in Singapur und gestand mir zwar keine „festen“ Süßigkeiten zu, wohl aber gesüßte Drinks. Und in Singapur gibt es da nicht nur die fantastischen Teh C oder Kopi C (jeweils mit reichlich gesüßter Kondensmilch und dazu noch Zucker aufgeschäumter Tee oder Kaffee) und dazu noch Snickers oder Mars als Drink. Aber im Endeffekt gar nicht so viel davon. Nach ein paar Monaten gab ich auch die gesüßten Drinks auf, statt Süßes zum Nachtisch gab es Nüsse. Ich betrieb eine Art Methadonprogramm. Und es wirkte. Es wurde weniger.

Mein Retter, wenn es ganz schlimm kam, waren zuckerfreie Zahnpflegekaugummis. Gerade nach dem Essen teilen die dem Körper anscheinend mit, dass er gerade Nachtisch bekommt. Dann ist erstmal Ruhe.

Anfangs musste ich die Augen schließen, wenn ich im Supermarkt am Süßigkeitenregal vorbei lief. Hundsgemein, was in dem Jahr alles auf den Markt kam! Oreos eingebaut in praktisch allem, von der Milka-Schokolade bishin zur Festtagstorte, roher Keksteig zum Löffeln, M&Ms in Erdnussbutter- oder Kaffeegeschmack. Ich stand vor dem Regel und muss geweint haben wie ein Präriehund.

Es dauerte ein ganzes verdammtes halbes Jahr bis ich halbwegs von dem ganzen Mist kuriert war. Ich ging dann etwas gelassener durch den Supermarkt. Das Zeug interessierte mich immer weniger. Angebote nach Kuchen schlug ich viel leichter aus.

Nach dem überstandenen Jahr begann ich das langsame Wiedereingewöhnen mit ein paar Stücken filipinischem Yema Cake zu Weihnachten (fantastisch!) und aß die Tage darauf nur ein paar kleine süße Snacks, wobei es blieb und was problemlos ging.

Wieder zurück in Deutschland durchstreifte ich das Süßigkeitenregal. Ich gestand mir zu, einmal richtig zuzuschlagen mit all dem, was ich in dem Jahr versäumt hatte. Ich ging das Regal auf und ab, durchsuchte alles genau, fand aber bei Gott nichts, was ich unbedingt kaufen wollte. Die Sache hatte ihren Reiz völlig verloren. Ich kaufte schließlich eine Packung Mars mit Brownie-Füllung – und war am Ende ziemlich enttäuscht. Coole Idee eigentlich, aber schmeckte wie purer Zucker ohne wesentlichen Hauptgeschmack. Dazu gummiartig in der Konsistenz. Und darauf hatte ich nun ein Jahr gewartet?

Mittlerweile ist der Alltag eingekehrt, ich kaufe mir hin und wieder jetzt was Süßes, wenn ich Bock drauf habe, oder esse ein Eis, wenn es lecker aussieht. Das alles längst nicht mehr täglich. Und doch, tatsächlich versuchen die alten Geister immer wieder durchzurufen. „Iss die ganze Tafel!“, „Du brauchst mehr!“. Ich weiß nicht einmal, woher das überhaupt kommt. Vor allem schreit mein Körper nach jeder größeren Mahlzeit immer noch lauthals „NACHTISCH“, warum auch immer. Ich hatte vor, es einfach natürlich handzuhaben, zu hoffen, der Körper gebe sich auch mit weniger zufrieden. Aber das ist gar nicht so einfach. Ohne Disziplin geht es nicht. Ich habe mir nun auferlegt, nichts mehr über 200 Gramm zu kaufen und nie mehr als die Hälfte davon auf einmal zu essen. Eine Art zweite Entwöhnung. Es ist hart, aber bisher klappt’s.

Aktuell liegt in meiner Vorratsschublade eine Tafel Kinderschokolade, die seit vier Tagen täglich um ein paar Riegel schrumpft. Früher hätte sie keinen Tag überlebt. Ganz klar ein Fortschritt. Und doch frage ich mich, wie das sein kann, dass Zucker eine derartige Sucht entfachen kann, die bei einem Raucher oder Alkoholiker kaum größer sein kann. Ganz ohne Zucker wäre es schon ein fades Leben, aber ob es klug ist, Süßigkeiten weiterhin als normale Mahlzeit zu betrachten und das Zeug in rauen Mengen zu Spottpreisen kaufen zu können? Irgendwie scheint mir das gar nicht gut zu sein.

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Tech

Deepin – oh, wie schön kann Linux sein

Deepin ist eine Linux-Distribution aus dem chinesischen Wuhan (ja, die mit dem Virus, also dem Nichtcomputervirus). Vor allem aber ist die Benutzeroberfläche von Deepin für mich das schönste, was Linux derzeit zu bieten hat. Deepin ist, wie ich kürzlich auch im Trendblog schrieb, nicht die einzige Linux-Variante, die wie macOS aussieht. Aber im Vergleich zu Ubuntu Budgie oder Voyager OS etwa, die ich kürzlich im Test hatte, verzichtet Deepins UI auf eine Menüleiste oben. In Kombination mit dem Dock unten und dem ansonsten völlig aufgeräumten Desktop könnte das macOS-ähnlicher kaum sein.

Auf den zweiten Blick hat sich Deepin aber dann doch ein paar Eigenheiten einfallen lassen, wie die integrierten Quick-Steuer-Symbole im erweiterten Dock. Der Starter mit den installierten Apps erinnert wiederum eher an Chrome OS, für das Einstellungsmenü habe ich keine Vorlage gefunden. Das scheinen sich die Entwickler ebenso wie den App Store selbst ausgedacht zu haben.

Im ersten Rutsch funktioniert noch nicht alles, die Skalierung stimmt nicht an allen Ecken und Enden. Spotify etwa verliert sich in den Tiefen der 4K-Auflösung meines aktuellen Test-Notebooks Lenovo X1 Carbon 2019, für Helligkeit und Sound sind zwar Schieberegler vorhanden; sie ändern aber nichts. Und die Benachrichtigungs-Töne nerven mich allesamt so sehr, dass ich sie ausgeschaltet habe. Aber insgesamt, Hammer, funktioniert das gut und sieht schon sehr, sehr hübsch aus. Aber seht selbst:

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Bologna

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Nichtstu-Challenge

Wann kommt man eigentlich mal dazu, wirklich nichts zu tun, um, sagen wir, über das Leben nachzudenken? Ich hab da gerade einiges, was ich durchdenken müsste, aber wenig Zeit übrig. Außerdem strebe ich danach, die Freizeit mit irgendwelchen Aktivitäten zu füllen. Es gibt da ja noch Arbeit vorzubereiten, Bücher zu lesen, Podcasts zu hören, Dinge wegzuschmeißen, an Linux rumzubasteln, Netflix zu gucken.

Von daher ist wohl mal wieder eine neue Challenge notwendig. Ich beginne mal mit 30 Minuten Nichtstun vor dem Schlafengehen. Ab jetzt täglich. Abschließen möchte ich das Ganze mit einem Wochenende voller Nichtstun. Und wenn ich Nichtstun schreibe, dann meine ich auch Nichtstun. Einfach nur dasitzen oder liegen und die Gedanken kommen und gehen lassen. Sonst nichts. Meditieren, nennen das die Esoteriker wahrscheinlich. Aber ob es dasselbe ist, weiß ich nicht und ist mir auch erstmal egal.

Heute am ersten Tag gehe ich mal für ein paar Stunden all out. Wir haben es jetzt 2230 Uhr und für gewöhnlich gehe ich nicht vor 0100 Uhr schlafen. 15-20 Minuten erledige ich jetzt alles, was ich noch wollte, damit ich da gleich nicht dran denken muss. Dann sollten 2 Stunden Nichtstun folgen. Das wird hart! Denn ich weiß jetzt schon, dass mir erstmal 20 Sachen in den Sinn kommen, die ich unbedingt noch machen wollte. Da wird Durchhalten gefragt sein.

Okay, bis später…

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Yeah

Statt zum Arzt ins Fitnessstudio

Ich hab wieder Nacken seit einiger Zeit. Das kommt zweifellos von einer Fehlhaltung, regelmäßig massiv beungünstigt von zu viel Tischtennis (was mir Spaß macht, aber ganz sicher nicht gut für den Rücken ist).

Der erste Impuls: Gehste zum Arzt. Das Gesundheitssystem hat zwar kein Interesse an dir oder deiner langfristigen Heilung, aber mit etwas gut Zureden nach ein paar Monaten geben sie dir mal was.

Der Plan B läuft seit heute bzw. gestern. Da war ich im Fitnessstudio, hab die Geräte benutzt, von denen ich weiß, dass sie mir gut tun, und den Rückenkurs mitgemacht. Mit dem Ergebnis, dass es heute schon weit weniger schlimm ist.

Idee also: Die Zeit, die ich von und zu Ärzten, in Wartezimmern oder bei der Physio verwenden würde, eben ins Fitnessstudio gehen. Das Ganze verordne ich mir jetzt erstmal fünf Tage lang täglich, wobei ich auch verstärkt auf korrekte Haltung achte. Kostet mich gut eine Stunde jeweils. Aber sollten die wirklich akuten Beschwerden dann weg sein, dann weiß ich ja, was geholfen hat.

Trade in: Heute kein Tischtennis-Training, Donnerstag aber ein Meisterschaftsspiel, das lässt sich nicht skippen (will ich aber auch gar nicht). Eventuell zeitlich kombinierbar mit einer Morgenroutine. Gehe ich morgens, kann ich den Aufwachprozess und meinen täglichen Spaziergang teils ins Studio und auf den Weg von und nach dort verlegen und spare Zeit.

Ob’s den Arzt überflüssig macht? Ich werde berichten.

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Tech

Von macOS zu Linux?

… ist ein Beitrag, den ich gerade für das Trendblog verfasse. Fürs Blog hier habe ich ein Audio dazu aufgenommen. Denn, kurz gesagt: Ja, das geht. Wenn ihr das für euch richtige Linux nehmt, nicht all zu viele proprietäre Programme braucht, ihr flexibel und ein klein wenig Tüftler seid – dann kann euch Linux stellenweise sogar ein wenig moderner vorkommen. Warum, hört ihr hier:

Die Idee für das Thema stammt von Nicky. Eure Reaktion auf meine etwas planlosen ersten Audios war, einen Plan zu haben. Gar keine schlechte Idee…

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Meh

Von denen bitte schonmal keiner

Quelle: Spiegel Online

Aber langsam fragt man sich wirklich: Wer soll es denn werden? Merkel war wie Obama und hat weit unter ihren Möglichkeiten performt, aber wenigstens den Intellekt ein Land zu führen. Das geht mindestens zweien hiervon gänzlich ab, ein Dritter ist nichts Anderes als ein Turbokapitalist. Immer nur das kleinere Übel zu wählen, ist, sich mit 50% zufrieden zu geben. Das kleinere Übel von 50% wären dann 25% usw.

Gibt’s bei den Grünen noch einen, der was taugt? Wenn nicht, wird man wirklich langsam zum Kaninchen, das vor der Schlange AfD erstarrt. Weil einem einfach kein Ausweg bleibt.

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OK

Kaltdusche als Morgenroutine

Heute Morgen bin ich aus dem Bett geklettert, auf direktem Wege ins Bad, habe mich unterwegs meiner Klamotten entledigt und stand Sekunden später ohne weiter drüber nachzudenken in der Dusche, wo ich den Kaltwasserhahn (und nur den Kaltwasserhahn) voll aufgedreht und mich druntergestellt habe.

Die Kurzfassung einer Morgenroutine, wenn ihr so wollt.

Die sieht bei mir eigentlich anders aus: Aufwachen, Aufstehen, Jalousien hoch, Fenster auf, das Zimmer lüften, Zähneputzen und dabei auf dem Google Home Mini die Nachrichten hören, die Kaffeemaschine warmlaufen lassen, erst warm, dann kalt duschen, Anziehen, Bett machen, Kaffee kochen, mit Kaffee auf die Couch und bisschen mit dem Handy daddeln. Langsam in den Arbeitstag starten…

Fühlt sich gut an, dauert aber auch gut und gerne 30-45 Minuten. Heute hatte ich irgendwie keine Lust auf sowas Langes.

Und die Erfahrung des Ganzen? Die Dusche: nicht so schlimm wie erwartet. Ist die echt ganz kalt? Mein Körper nimmt es gelassen entgegen. Es kann an den Kaltdusch-Trainings gelegen haben oder daran, dass der schlaftrunkene Kopf in den 20 Sekunden von Bett zu Dusche einfach keine Möglichkeit hatte, auf Angst umzuschalten.

Ich hab sie kalt gelassen, mich eingeseift und dann auch kalt wieder abgespült. Danach natürlich noch Zähne geputzt, angezogen, gelüftet und Bett gemacht, bisschen mit dem Handy gedaddelt und dann an den Rechner. Wacher bin ich nicht, motivierter: höchstens ein bisschen. Scheint also egal zu sein, wie diese Morgenroutine aussieht. Es muss nur eine da sein.

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Hm

Code und Text

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OK

Was war, was wird

Der erste Monat Junglenotes ist rum. Ich habe euch einen Monat tägliches Bloggen versprochen. Das habe ich gehalten. Zeit, ein wenig inne zu halten. Gleich vorab: Es könnte gleichzeitig der letzte Monat von Junglenotes gewesen sein.

Nach dem Ende von Leidartikel habe ich nach etwas Neuem gesucht, etwas Positivem, habe lange nach einem guten Namen gefahndet. Und jetzt, nachdem es Junglenotes wurde, bekomme ich mehr und mehr das Gefühl, dass es Junglenotes eben doch nicht ist.

Was ist schon ein Name, mag der eine oder andere denken. Für einen Blogger sehr viel. Der Name ist Zugpferd, Motor und Inspirationsquelle in einem. Und daher muss er passen, sonst wird es kein Selbstläufer, sonst schleppt man sich täglich ab. Zu oft hatte ich in diesem Monat das Gefühl, mich abzuschleppen. Ob es jetzt nur am Namen lag oder auch ein paar anderen, teils unvorhergesehenen, Ereignissen, kann ich noch nicht genau sagen.

Fakt ist, dass ich aber schon mit irgend etwas weiter machen möchte. Geht also davon aus, dass ich euch in absehbarer Zeit etwas Neues präsentiere, auf das ihr, notfalls, automatisch umgeleitet werdet. Es tut mir Leid für das ganze Hin und Her der letzten Monate. Es ist wohl so eine Art Selbstfindungsprozess, und ich hoffe, der ist bald abgeschlossen.

A propos: Danke! Ich wollte das hier nicht an Zahlen fest machen, aber es ist toll, wie sehr ihr in diesem kurzen Monat bei Junglenotes mitgemacht habt, wie ihr kommentiert habt und wie mich das immer wieder neu motiviert hat. Dieser Monat zählt 63 Blogbeiträge, 167 Kommentare, davon 65 Antworten von mir, also 102 Kommentare von euch. Ihr seid einsame spitze!

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Meh

Demokraten aller Länder

Man muss es als Polit-Coup bezeichnen, was die AfD da in Thüringen abgezogen hat. Und genau genommen müsste man ihr dankbar sein, dass sie den demokratischen Parteien die Augen geöffnet hat. Wenn die ihre Augen denn nun endlich mal öffnen würden.

Grüne, Linke und SPD sind so oft mit der Wahl ihres Kandidaten Bodo Ramelow zum Ministerpräsidenten gescheitert, bis die AfD-Abgeordneten ihre Stimmen geschlossen dem FDP-Kandidaten Thomas Kemmerich gaben und Ramelow damit überboten.

Dass Kemmerich die Wahl dann auch noch annahm und nun neuer Ministerpräsident Thüringens ist, praktisch von AfDs Gnaden, und sich von Björn Höcke die Hand schütteln ließ, ist erbärmlich. Und es zeigt, was passiert, wenn sich Demokraten untereinander so zerstritten sind, dass sich für Rechte plötzlich Chancen ergeben.

Muss man jetzt wieder auf 1933 verweisen, bevor sie es endlich merken? Eine schwache Demokratie, eine zerstrittene Parteienlandschaft, das Volk von den ständigen Regierungswechseln derart genervt, dass sich die Rechten irgendwann als Retter aus dem teils mitverantworteten Chaos präsentieren konnten.

Demokraten aller Länder: Lernt aus der Geschichte! Und vor allem: Get your shit together! Sonst tanzen euch die Rechten bald noch ganz anders auf der Nase herum.

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Yeah

Einholen auf Speed

Es mag spannendere Themen geben als eine optimierte, schnellste Route zum Supermarkt und wieder zurück. Aber denkt mal darüber nach: Ihr wollt einen leckeren Nachmittagskaffee trinken, habt aber keine Milch mehr im Haus. Also die einzigen zwei Optionen: schwarzer Kaffee oder schnell zum Supermarkt.

„Schnell“ zum Supermarkt – wie soll das gehen? Meistens ist man ja rund ne halbe Stunde unterwegs, um alles zu planen, einzuladen, an der Kasse zu warten. Ich habe es heute mal „auf Speed“ versucht:

  1. Kaffeemaschine einschalten. Die kann schonmal warm laufen.
  2. Schuhe an, einfache Schleife statt Doppelschleife (dann geht das Wiederausziehen hinterher schneller), Jacke an, Rucksack auf, Tür nicht abschließen, nur zufallen lassen, Schlüssel und Telefon in die Hosentasche und los.
  3. Schnurgerade flotten Schrittes zum Markt, der bei mir ca. 200 Meter entfernt liegt. Unterwegs schon einmal die Dinge in Erinnerung rufen, die ich gleich kaufen will, und im Geiste die Route ausmalen, die ich im Markt abschreite. Wichtig: nicht hetzen, nicht rennen. Nur zügigen Schrittes gehen.
  4. Im Markt genau 1 Runde drehen. Nichts suchen, nicht zurückgehen, alles schon wissen. So lade ich, in der Reihenfolge, eine Packung Äpfel, ein paar Kekse, Hummus, einen Flammkuchen (spontan), Milch, Hafermilch, Nüsse und Tiefkühlgemüse ein und gehe sofort damit zur Kasse.
  5. Ich habe Glück. An der Kasse ist nur noch eine Person vor mir, eine andere überhole ich auf den letzten Metern (ohne dabei zu wirken, als ginge es mir um was). Ich lade alles simultan in den Rucksack und zahle mit Karte-Auflegen.
  6. Die 200 Meter auf direktem Wege zurück zur Wohnung. Sogar noch kurzer Briefkastencheck. Hoch, Schuhe, Mütze und Jacke aus. Insgesamt: 12 Minuten!
  7. Ich räume alles in den Kühlschrank, gieße von der neuen Milch gleich was in die Kanne, ziehe einen Espresso, schäume die Milch auf und sitze exakt 17 Minuten nach Aufbruch mit einem frischen Milchkaffee und ein paar Keksen wieder am Schreibtisch. Genial!

Ist das alles mehr als ein Kleiner-Junge-Experiment? Ich denke ja, denn es besiegt die Faulheit, aktiviert den Kreislauf an einem müden Nachmittag und motiviert vor allem für Tage, an denen es mal stressig werden sollte: Schau an, in rund einer Viertelstunde kannst du Einholen und nen Kaffee kochen. Alles halb so wild.

Noch besser wäre natürlich, das ganze in wirklich 15 Minuten zu schaffen. Aber viel mehr Einsparpotenziale sehe ich da gar nicht, außer ich würde rennen, und das will ich nicht. Vielleicht hätte ich bei der Auswahl der Lebensmittel noch einmal 30 Sekunden einsparen können, vielleicht beim Kaffeekochen noch 1 Minute. Dafür hatte ich unbeschreibliches Glück an der Kasse, dass niemand vor mir dran war. Bei einer etwas längeren Schlange hätte mich das Minuten kosten können. Dennoch: 15-20 Minuten sind allemal drin und das zu wissen, motiviert, es zu tun. Ich werde weiter experimentieren (ob es euch interessiert oder nicht ;).

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Meh

Tut mir Leid, Trump wird wiedergewählt werden

Jetzt, wo die Vorwahlen zu den Präsidentschaftswahlen in den USA begonnen haben, können wir es auch kurz machen: Trump wird wiedergewählt werden. Ich spare euch 9 Monate des Hoffens, des Bangens, des Zitterns und des Betens. Investiert eure Energie lieber in was Anderes, als die Nachrichten zu verfolgen, wettet lieber auf den FC Bayern (oder Borussia Dortmund), betet für die Armen in der Welt. Aber an Trumps Wiederwahl wird das nichts ändern. Wie ich darauf komme?

  • Die US-Demokraten haben neun Monate vor der Wahl noch 11 (!) Kandidaten im Rennen. Einen klaren Favoriten gibt es nicht.
  • Wann immer es in der Vergangenheit einen Favoriten gab, galt dieser auch vorher schon als Hoffnungsträger, weit vor den Vorwahlen. Diesmal sieht man keinen.
  • Drei der aussichtsreichsten Kandidaten der Demokraten sind schon 75+: Joe Biden, Michael Bloomberg, Bernie Sanders. Das heißt: die Frage, die den Leuten in den Köpfen herumspukt, ist, ob ein potentieller Präsident nicht zwischendrin das Zeitliche segnen könnte und ob man dann nicht besser wen anders wählt.
  • Sanders ist schon 2016 im Rennen um die Kandidatur gescheitert und Hillary Clinton unterlegen, die dann gegen Trump unterlag. Die Amis mögen keine Verlierer. Und noch weniger Verlierer von Verlierern.
  • Seit ich denken kann, also so rund 40 Jahre, wurde nur 1 einziger US-Präsident nicht wiedergewählt. Es war der alte George H.W. Bush, der wohl über das große und breite Versprechen stolperte, keine weiteren Steuern einzuführen, um dann doch welche einzuführen. Die Wiederwahl eines Präsidenten gilt als Formsache. Er müsste sich schon Außergewöhnliches leisten (wie, erst keine neuen Steuern zu versprechen und dann doch welche einzuführen).
  • Es gab auch in diesen 40 Jahren Präsidenten, die als unpopulär galten, deren Umfragewerte mies waren und die trotzdem wiedergewählt wurden. Ich denke da an Ronald Reagan und George W. Bush.
  • Trump hat das Amtsenthebungsverfahren gegen sich mehr oder weniger schadlos überstanden (so wie er eigentlich alles schadlos übersteht). Und ganz ehrlich: Wenn das die beste und einzige Idee der Demokraten war, Trump etwas entgegenzusetzen, dann war das ziemlich erbärmlich!
  • Trump ist nicht so unbeliebt wie erhofft. Aktuell befürworten ihn rund 43 Prozent der US-Amerikaner, 52 Prozent sind gegen ihn. Das sind gute Zahlen!
  • Die spinnen, die Amis! Und ein Volk, das jemanden wie Trump einmal wählt, dem traue ich auch gut und gerne zu, es nochmal zu tun.

Konzentrieren wir uns lieber auf die Wahlen 2024. Die werden (hoffentlich) spannender.

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Yeah

audios

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Tech

New systems, old habits

And one habit is to play casual games on any new Linux distribution. I used to play Chess or Black Jack, this time it’s Solitaire. I’m never planning to, but for some reason I happen to.

It’s Ubuntu Budgie btw. I wanted Deepin but for some reason that one didn’t want to install on my machine. Will keep trying though. I like the idea of both systems resembling macOS.

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Classic

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Meh

Vor der Kamera

Was von euch noch keiner wusste: Ich versuche seit einigen Monaten, jeden Tag ein Video aufzunehmen, um die Scheu vor der Kamera zu verlieren. Irgendwann bin ich dazu übergegangen, Vertikal-Videos zu drehen, weil die meisten Menschen Inhalte nur noch auf dem Smartphone konsumieren (und weil ich irgendwie Bock drauf hatte). Nun ja, nicht alle Video waren vorzeigbar, ihr seht auch bei diesen hier, dass noch Luft nach oben ist (und dass mein schwarzer Pulli in einem Video völlig verstaubt ist). Wenn ihr auf Vollbild klickt, seht ihr die Videos auf dem Smartphone dann übrigens auch wirklich formatfüllend.

Wenn ihr mögt, sagt mir mal, was ihr davon haltet und was sich außer dem verstaubten Pulli, dem nicht passenden Kragen oder dem unruhigen Hintergrund sonst noch verbessern ließe.

Für jeden, der auch mal sowas machen will, würde ich übrigens die gleiche Methode vorschlagen: Jeden Tag ein kurzes Video aufnehmen und euch direkt danach anschauen, wie es geworden ist, analysieren, was noch nicht so gut war, und beim nächsten Mal besser machen. Wichtigste Regel: nicht entmutigen lassen, auch wenn es anfangs ziemlich mies aussieht und klingt.

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OK

Stau-Classics im DLF

… der ab morgen keine Stau-Nachrichten mehr verliest. Aber wo ist Halstenbek-Krupunder, wo das Kamener Kreuz?

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Yeah

Indoor Snapshot

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OK

Monochrome

Guess I’ve found my style.

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Yeah

Junglenotes Soundtrack

Guys! Thank you for the music! Es war klasse, euch neulich nach Songs zu fragen, die ich gut beim Kaffeekochen hören kann. Klar mochte ich nicht alle davon. Die meisten aber erstaunlicherweise schon. Die habe ich nun alle mal zusammen in eine schöne Playlist gepackt, noch ein bisschen was aus meinem aktuellen „Mix der Woche“ hinzugefügt und mit einer Prise aller Songs garniert, die ich laut Google in den letzten Wochen mit Hilfe des Assistant habe suchen lassen. Seht das Ganze eher als „Radierung“. Ich habe einiges auf die Liste getan ohne es vorher zu hören. Da kommt noch was runter. Wenn ihr weitere Vorschläge habt (gerne in die Kommentare damit!), kann die Liste aber gerne noch länger werden. Also: Feel free to listen and share! Danke euch!

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Verpasste Chancen

Ich wollte gerade ins Kino gehen. JoJo Rabbit im Original. Da war ich aber nicht der Einzige.

Als ich an die Kasse kam, verkündete die Kassiererin mir, es wäre noch genau 1 Platz frei. Einer. Und ich war ohne Begleitung. Perfect Match?

Mein Kopf begann zu rattern in den 4 Sekunden, die ich da stand. Das Woki hat traditionell freie Platzwahl. Den einen Platz zu erwischen, der noch frei ist, könnte eine ziemliche Rennerei werden. Vor etlichen Jahren hatte ich mal ein Date, mit dem ich ins Woki gehen wollte. Es gab noch genau 2 Karten, wir nahmen sie. Mit dem Ergebnis, dass die zwei Plätze im vollen Saal nicht mehr auffindbar waren, aber jeder nachher wusste, wer sich da gerade für sein Date einen Plan B überlegen musste.

Sie war nicht die Richtige und vielleicht war genau das ein Zeichen, das mir jetzt auch wieder erschien. Rein gehen oder nicht?! Die 4 Sekunden waren um. Ich entschied mich dagegen, weil ich mich an das vergebliche Suchen von damals erinnerte.

Aber schon beim Rausgehen ärgerte ich mich. Was, wenn dir was Tolles passiert wäre? Vielleicht hättest du Freundschaften fürs Leben geschlossen, es wäre der Film des Jahrhunderts geworden, er hätte dich in wunderbare Stimmung versetzt. Und wenn du nicht als Letzter reingegangen wärst (und das wärst du nicht, du warst ne Viertelstunde vor Einlass da), dann hättest du schon noch deinen Platz bekommen.

Früher habe ich mich oft über verpasste Chancen geärgert. Hättest du an der Stelle das gesagt, wärst du da und da bloß noch zwei Stunden geblieben, hättest du damals das Jobangebot…

Nee, hätte ich gar nicht. Ich hab nie ein Jobangebot bekommen, das ich hätte ausschlagen müssen. Nie geheadhuntert worden. Brutal truth. Am Ende passiert alles aus einem Grund. Und oft wäre es eben doch anders gekommen, als wir es uns im Geiste hinterher ausgemalt hätten.

Vielleicht wärt ihr trotzdem nicht zusammen im Bett gelandet. Oder ihr wärt’s, aber die Beziehung wäre eine Katastrophe geworden, der Porsche für 3.000 Euro wäre hinter dem nächsten Berg direkt auseinander gefallen. Den vermeintlichen Traumjob hättet ihr nach drei Wochen aufgeben müssen, weil ihr den Chef nicht hättet ausstehen können.

Manchmal habt ihr genau diese 1 Chance. Das unglaubliche Jobangebot, Die eine noch verfügbare Kinokarte, das Taxi in die Freiheit. Sagt ihr ja, erlebt ihr ein Abenteuer. Sagt ihr nein, wird das Leben auch weiter gehen. Nur eben anders, aber auch nicht unbedingt schlechter.

Ich bin statt dem Kino ein kühles Craft Beer trinken gegangen und tippe gerade diesen Text auf dem Handy. War auch cool, hätte ich sonst in dieser Form nie zu Bildschirm gebracht. Ich bereue nichts!1!

In der Bonner City scheint gerade Sperrmüll zu sein. Auf dem Hinweg zum Kino sah ich einen abgefahrenen Kerzenständer dort liegen, der zweifellos vorher im Blow-up gestanden hat. Mitnehmen oder liegen lassen. Mitnehmen oder liegen lassen? Ich ließ ihn liegen, bin ja Minimalist. Schräg sah er schon aus. Aber man muss ja auch nicht alles… willste machen… Nimmt ihn halt ein anderer mit, wird der damit Geschichte schreiben.

Auf dem Rückweg vom Kino kam ich wieder an der Ecke vorbei. Der Kerzenständer lag immer noch da. Ich hob ihn hoch und begutachtete ihn ausgiebig. Es fehlte ein Arm und eine Kerze. Das Material: billiger, als es zunächst wirkte (kein Metall!). Die Deko: abgefahren, aber: nee… Wäre witzig. Mehr aber auch nicht.

Oder?

Könnte sich ganz gut in meinem Bad machen. Wenn der auf dem Rückweg von der Kneipe immer noch dort liegen sollte, nehme ich ihn mit. Oder was meint ihr?

Verdammt, und wenn er gleich nicht mehr da ist?!

Das nächste mal nehme ich die 1 Kinokarte, das sag ich euch! 😄

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OK

Little America

War die erste Serie, die ich auf Apple TV+ gesehen habe. Und war nett; stellenweise etwas seicht und pro-amerikanisch, aber: nett. Es dreht sich alles um das Thema Einwanderung, die Geschichten sind meist kurios, könnten alle aus dem Alltag gegriffen sein. Viel Tiefgang gibt es aber eigentlich nicht, was nicht heißt, dass das nicht auch mal völlig in Ordnung wäre. Grandios in meinen Augen die Folge mit dem nigerianischen Cowboy. Die Geschichte mit der chinesischen Mutter auf Kreuzfahrt geht zu Herzen. Viel gelacht habe ich derweil im Schweigeseminar. Zachary Quinto als langhaariger Guru: herrlisch!

Bei meiner Freundin in Singapur fehlte Folge 8. Wir gucken manchmal Serien zusammen, also ortsversetzt, aber zeitgleich und chatten dabei darüber. Erst dachten wir, vielleicht wäre die Folge in Singapur aufgrund der Zeitverschiebung noch nicht „angekommen“. Einige Serien auf Apple TV+ erhalten nur wochenweise neue Folgen. Little America aber nicht. Der Grund ist ein anderer: Die 8. Folge über einen schwulen, syrischen Flüchtling ist in Singapur und einigen anderen, hauptsächlich muslimischen Ländern auf dem Index gelandet. Singapur und der Rest Südostasiens sind leider doch manchmal nicht so liberal, wie ich mir das wünschen würde.

Fun (?) Fact: In den Pressemeldungen von Apple Singapore zu Little America (und auch in der deutschen) ist nicht davon die Rede, wie viele Folgen es gibt. Meine Freundin bekam einfach nur 7 angezeigt:

Das heißt, Apple TV+-Zuschauer in Singapur wissen gar nicht, dass ihnen da eine Folge fehlt.

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Yeah

365 Nights a year

Danke, dass es dich gibt, Wache! Vor allem, weil das auch ein: „Scheiß auf kirchliche Konventionen“ bedeutet. Du willst Heiligabend nicht alleine sein oder musst dem Lagerkoller der Glückseligkeit zuhause entfliehen? Du willst dir nicht vorschreiben lassen, Karfreitag zuhause zu bleiben? Du kannst in die Wache gehen. Danke!